Altenglisches Alphabet

Das altenglische Alphabet wurde etwa vom 7. bis zum 12. Jahrhundert zum Schreiben des Englischen verwendet. Es enthält Buchstaben wie Ash, Eth, Thorn und Wynn.

31 Buchstabenformen · ca. 7.–12. Jahrhundert n. Chr.

A

a · /ɑ/

A with macron

ā · /ɑː/

Ash

æ · /æ/

Historisch eine ae-Ligatur, im Altenglischen als eigenständiger Vokalbuchstabe verwendet

Ash with macron

ǣ · /æː/

B

b · /b/

C

c · /k ~ tʃ/

Meist k; in manchen Kontexten wie ch ausgesprochen

D

d · /d/

Eth

ð · /θ ~ ð/

Für th-Laute verwendet und oft mit Thorn austauschbar

E

e · /e/

E with macron

ē · /eː/

F

f · /f ~ v/

Konnte zwischen stimmhaften Lauten wie v klingen

G

g · /ɡ ~ j ~ ɣ/

Konnte je nach Kontext g, y oder einen Frikativ darstellen

H

h · /h ~ x ~ ç/

Am Wortanfang meist h; nach manchen Vokalen ein Frikativ

I

i · /i/

I with macron

ī · /iː/

L

l · /l/

M

m · /m/

N

n · /n/

O

o · /o/

O with macron

ō · /oː/

P

p · /p/

R

r · /r/

S

s · /s ~ z/

Konnte zwischen stimmhaften Lauten wie z klingen

T

t · /t/

Thorn

þ · /θ ~ ð/

Für th-Laute verwendet und oft mit Eth austauschbar

U

u · /u/

U with macron

ū · /uː/

Wynn

w · /w/

Steht für w und wird in modernen Ausgaben häufig als w gedruckt

X

x · /ks/

Y

y · /y/

Stand für einen vorderen gerundeten Vokal, anders als das y im modernen Englisch

Y with macron

ȳ · /yː/

Geschichte

Frühes Altenglisch wurde auch mit angelsächsischen Runen geschrieben. Nachdem sich das Christentum ab dem 7. Jahrhundert in England ausgebreitet hatte, setzte sich die lateinische Schrift durch. Ash, Eth, Thorn und der Runenbuchstabe Wynn wurden für Laute verwendet, die sich mit dem lateinischen Grundalphabet nicht zweckmäßig darstellen ließen.

Die altenglische Rechtschreibung war nie vollständig einheitlich. Moderne Ausgaben ersetzen Wynn häufig durch w und ergänzen zur besseren Lesbarkeit Makrons oder Punkte, etwa in ā, ċ und ġ; diese Zeichen waren kein durchgängiger Bestandteil des mittelalterlichen Alphabets.

Quellen

Die Buchstabenformen folgen Unicode; die Lautwerte entsprechen den üblichen Beschreibungen der altenglischen Phonologie.